Sa

20

Jul

2019

Nur ein Beruf für "Hochbegabt"?

Eltern möchten immer nur das Beste für ihr Kind. Wurde das Kind als hochbegabt oder begabt diagnostiziert, sehen es viele in Führungspositionen in Unternehmen, erfolgreiche Selbständige, im weißen Kittel durch Krankenhäuser flitzen...
Ja und oft ist es natürlich dann auch so. Aus gut und best geförderten, hochbegabten Kindern, die bereits im Kindergarten und in der Schule mit besonderen Begabungen in Mathematik, Physik, Chemie und Sprachen auf sich aufmerksam machen, denen liegen auch die Universitäten zu Füßen und der Weg scheint klar vorgezeichnet.
Aus Mathe Assen in der Schule, werden Mathematiker, Informatiker, aus Physik Liebhabern werden Ingeneure, Physiker, Wissenschaftler in Flugzeugtechnik und Raumfahrt. Aus Sprachbegabten Autoren, Philosophen, Fernseh- und Zeitungsredakteure, Dolmetscher , Germanistiker und was es sonst noch gibt.
Dann gibt es aber unter den Hochbegabten auch die kreativen Chaoten. Schaut man in ihre Tests hinein, dann weisen sie nicht nur in einem , zwei Bereichen absolute Spitzenbegabungen auf, sondern haben ein breites Spektrum überdurchschnittlicher Begabungen und Hochbegabungen in fast allen Bereichen.
Sie sind wissbegierig, ständig zu Neuem bereit und legen sich ungern auf nur ein oder zwei Wissensgebiete fest. Sie brauchen immer neuen Input. Alles was sie im Laufe des Lebens interessiert, wird beäugt, und bei entsprechendem Interesse innerhalb kurzer Zeit in sich aufgesogen. Sie wollen unbedingt ihre gedankliche Freiheit, springen zwischen ganzen Wissensbereichen - und die können völlig konträr sein - hin und her. Das ist der Kick, den sie brauchen. Um glücklich und zufrieden mit sich selbst und ihrer Welt leben zu können.
Wird dieser z.B. durch äußere Einflüsse blockiert (indem man sie auf eine Begabung festnagelt) dann ist ihre Welt nicht mehr in Ordnung. Sie fühlen sich falsch bis hin zu beginnenden Depressionen. Denn sie sind dann erst mit sich selbst im Reinen und in ihrem Element, wenn sie ihre vielfältigen Interessen ausleben können.
Natürlich mag es den äußeren Schein haben, dass sie sich verzetteln, zu viel gleichzeitig anfangen, den Fokus auf eine Sache verlieren. Das mag tatsächlich phasenweise und in Einzelfällen sogar stimmen. Aber, sie haben auch das Talent und den Weitblick, Dinge “rund werden zu lassen” Dinge zu Ende zu bringen, bevor sie sich einer neuen Herausforderung stellen.
Denn sehr viele vielbegabte Hochbegabte haben einen ausgeprägten Ehrgeiz und Perfektionismus- mit weniger geben sie sich nicht zufrieden als dem Optimum.
Das mag alles fürchterlich anstrengend und kompliziert klingen. Ist es manchmal auch. Selbst für den Vielbegabten selbst. Es kann deshalb vorkommen, dass der erlernte Beruf in jungen Jahren, durchaus ein oder sogar zweimal im Leben ausgetauscht wird. Oder, dass der Vielbegabte mit zwei Berufen gleichzeitig jongliert und erst dann zur Bestform aufläuft.
Wir leben in einer Zeit, in der generell, Hochbegabung oder nicht, der alles und glückselig machende “Beruf fürs ganze Leben”, nicht mehr den aktuellen Anforderungen unserer Gesellschaft entspricht.
Die Digitalisierung, der überaus schnelle, technische, wie auch gesellschaftliche Fortschritt, sorgen dafür, dass einmal Erlerntes, oft nicht mehr ausreicht. Flexibilität, Kreativität, Spontanität, das sind Eigenschaften, die oft und gerade in der Schule, nicht erwünscht, oder vernachlässigt werden. Diese sorgen aber dafür, dass Menschen in der Zukunft finanziell und gesellschaftlich überleben können. Es wird nicht mehr “den Beruf fürs Leben” geben. Schon gar nicht für diese Vielbegabten, die sich trauen, während ihres Lebens in vielleicht zig Berufen heimisch zu werden und damit für Verwirrung und Kopfschütteln ihrer Umgebung zu sorgen.
Also lassen wir diese vielbegabten Kinder ihre Welt entdecken. Sich in jeder erdenklichen ud vertretbaren Weise in Wissenschaft und Kunst ausprobieren. Sehen wir dies als Geschenk und nicht als Eigenschaft “sich zu verzetteln” und im Chaos zu enden.
Das heißt aber nicht, dass Kinder alles nur 1-2 mal ausprobieren sollen und zu zig Hobbies gefahren werden müssen. Das wäre falsch gedacht. So lernen Kinder, dass sie nichts zu Ende bringen müssen und sobald Schwierigkeiten auftauchen, Dinge verwerfen können.
Die echten vielbegabten Hochbegabten aber, werden sich erst einmal in verschiedene Themen hineinwühlen und nicht eher los lassen, bis sie möglichst alles darüber wissen. Und das - kann eine ganze Weile dauern.
Herzliche Grüße
und schöne Ferien wünscht
Simone Hock

Mi

07

Jun

2017

Alte Vorsätze muss man einlösen ;-)

So, was ich vor Jahren gesagt habe, muss ich wohl auch einhalten:
Wenn der Letzte sein Abi  hat, laufe ich eine Woche mit lila Haaren herum.
Nun, meine Frisörin und ich haben den Vorsatz heute eingelöst!

Sa

19

Dez

2015

Gedanken zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel für Grundschuleltern!

Heute möchte ich etwas zum Übertrittsverfahren in Bayern schreiben.


Noch immer herrscht in Bayern massiver Leistungsdruck um die erwünschten Noten zum Übertritt in eine weiterführende Schule zu erreichen. In keinem anderen Bundesland, sind Kinder und Eltern mehr belastet, wenn es um den begehrten 2,33 oder 2,66 Notendurchschnitt in Mathe, Deutsch und Heimat-und Sachkunde geht.


Während die Regelung des Elternwillens den Übertritt in anderen Bundesländern Eltern und Kinder entspannt, so wächst hier der Druck bis zu den Zwischenzeugnissen und um dann nochmals im April einen Höhepunkt zu erreichen.


Für alle Eltern, die sich zur Zeit in ähnlicher Situation befinden, kann ich Ihnen nach meiner Erfahrung, folgendes mit auf den Weg geben:

 

Probeunterricht an einem Gymnasium oder Realschule ist durchaus zu schaffen und zu bestehen. Im Gegenteil: Die teilnehmenden Lehrkräfte sind um ein positives Klima bemüht und der Unterricht wird von vielen Kindern als spannend und abwechslungsreich empfunden. Ignorieren Sie Personen, die Ihnen schon vorher weismachen möchten, dass der Unterricht so und so nicht zu schaffen sei.


Bestanden ist der Probeunterricht, ich zitiere das KM Bayern:

 

"Der Probeunterricht wird in den beiden Fächern Deutsch und Mathematik abgehalten. Neben den landesweit zentral gestellten schriftlichen Aufgaben werden auch mündliche Leistungen bewertet. Der Probeunterricht ist bestanden, wenn in einem Fach mindestens die Note 3 und im anderen Fach mindestens die Note 4 erreicht wird. Den Erziehungsberechtigten wird das Ergebnis des Probeunterrichts mit Begründung mitgeteilt."

 

Und das erweiterete Verfahren mit Elternwille:

 

"Stärkung der Elternverantwortung im Probeunterricht bis zur pädagogisch vertretbaren Grenze
Wird der Probeunterricht nicht bestanden, können Schülerinnen und Schüler dennoch in die Jahrgangsstufe 5 des Gymnasiums bzw. der Realschule übertreten, wenn die Erziehungsberechtigten dies wünschen. Voraussetzung ist, dass die Schülerinnen und Schüler im Probeunterricht mindestens in beiden Fächern die Note 4 erreicht haben. Die Elternverantwortung wird hierdurch nachhaltig gestärkt."

Somit dürfen Sie sich als Eltern, gerade und auch über die Weihnachtsfeiertage, entspannt zurücklehnen. Dies ist eine Regelung die von den allermeisten Schülern in Bayern geschafft werden kann.

In diesem Sinne, allen betroffenen Eltern und Kindern, entspannte und frohe Weihnachtsfeiertage! Und viel Erfolg im neuen Jahr! IHR SCHAFFT DAS!!

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Do

29

Okt

2015

Aus meiner Praxis : Gedankensammlung

Aus meiner Praxis - Praxisalltag, Folge 1:

 

Liebe Eltern, Lehrer, Erzieherinnen,  Coachees und alle Interessierte!

In unregelmäßigen Abständen möchte ich in loser Form meine, als Coach, Pädagogin und auch als Mutter hochbegabter und hochsensibler Kinder, Sie an meiner Arbeit und Gedanken teilhaben lassen, mit denen ich mich an Coaching Tagen,  wie auch durch eigene Erfahrung als Mutter, beschäftige.

 

Heute möchte ich mich einem ganz wichtigen Thema widmen. Und zwar an das, was uns ausmacht. Jeden einzelnen Menschen. An was wir glauben, was andere von uns glauben, was uns im Laufe der vielen Jahre über uns gesagt wurde, und natürlich die Erfahrungen, die wir selbst gemacht haben, das Feedback, was wir erhalten haben, und die Schlüsse und Konsequenzen, die wir für uns selbst aus diesen Erfahrungen gezogen haben. All  dies mach einen Menschen und die Persönlichkeit eines Menschen aus.

 

Das fängt nicht erst in der Pubertät oder im Erwachsenenleben an.  Nein, es beginnt in der Stunde Null unserer Geburt. Jeder Mensch hat natürlich Anlagen und Gene, die für ihn ganz speziell sind und die ihn ausmachen. Aber ab der Geburt, sind wir äußeren Einflüssen ausgesetzt. Machen Erfahrungen. Durch unser Handeln und die Rückmeldung hierzu, Erfahrungen mit Eltern, Großeltern, Verwandten, später mit Erzieherinnen und Lehrern, Freunden, eben mit allen Menschen, mit denen wir in irgendeiner Weise Umgang haben. Bereits kleine Kinder im Kindergartenalter haben schon viele,  ich nenne es hier mal "Glaubenssätze" in sich aufgenommen und viele sind auch schon ins Unterbewusstsein abgerutscht. Aktuell nicht mehr auffindbar. Und doch machen Sie diesen Menschen aus.

 

Was sind "Glaubenssätze"? Nun es sind "Regeln" und  Überzeugungen, die wir irgendwann von anderen übernommen, oder die wir uns durch eigene Erfahrung oder den Anspruch an uns selbst , selbst gesetzt haben. Ein gutes Beispiel für einen positiven Satz wäre: Wenn ich mich anstrenge, kann ich alles erreichen, was ich will", oder " ich bin gut im Rechnen". Leider schleichen sich in Laufe des Lebens auch negative Glaubensmuster ein, die wir erst bewusst wahrnehmen und  sich später vielleicht im Unterbewusstsein sich tief verankert haben.

 

"Dafür bist Du noch zu klein", " das kannst Du nicht", "du bist zu langsam",  zum Beispiel von Eltern, Lehrern und Erzieherinnen, wie oft, Hand aufs Herz, haben Sie diese Sätze schon selbst in Ihrer Kindheit vernommen?  Oder eigene Überzeugungen: "Wenn ich etwas mache und anfange, dann muss es perfekt sein, oder ich lass es!"Oder:  "Ich kann nicht erfolgreich sein", "ich bin dumm"..

 

Sie schütteln den Kopf und lachen? Nun dies sind Original Zitate,  die ich in meiner Praxis,  immer und immer wieder höre. Und das nicht nur von Kindern, die wegen persönlichen Problemen kommen, sondern auch von fröhlichen Kindern und jungen Erwachsenen, die eigentlich nur zum Lerncoaching kommen. Es ist immer wieder erstaunlich, was durch ein Coaching oftmals zu tage kommt.

 

Wenn ich in mich selbst hinein höre.. dann weiß ich, dass ich auch das Produkt vieler eigener Überzeugungen aber auch viel durch äußere Einflüsse, der Erziehung meiner Eltern, die Erfahrungen mit Freunden, Kollegen usw. geworden bin.

 

Wenn Sie möchten, dann halten Sie einmal kurz inne.. und fühlen Sie mal in sich hinein!

Ja und?  Werden manche fragen! Das ist doch ganz normal!

Sicherlich.. und es gibt erfolgreiche, glückliche Menschen, die das Leben meistern, ohne dass es jegliche Probleme gibt.

 

Gerade aber bei  hochsensiblen und/oder hochbegabten Kindern, die von Anfang an stark differenzieren und sich selbst reflektieren, kann aber der ein oder andere Satz, die ein oder andere Überzeugung dafür sorgen, dass sie sich unbewusst selbst im Wege stehen. Das erlebe ich in meinen Coachings immer und immer wieder. Und manchmal ist es gar nicht so einfach, diese Übeltäter zu finden.

 

Ich habe schon oft erlebt, dass hinter Arbeitsgeschwindigkeit, Konzentrationsmangel, Mangel an Selbstvertrauen,  Blockaden in der Schule , schlaflosen Nächten und schlechten Noten, genau diese Überzeugungen stehen.

Ich habe mit ansehen können, wie durch das Auflösen solcher Glaubensmuster Blockaden in Prüfungen, Motivation in der Schule oder auch das Selbstvertrauen und die Motivation für die Zukunft, entscheidend beeinflusst werden.  Und dafür bin ich sehr dankbar. Sie bereichern mein Leben.

 

Von Deutsch Diktat 5 und 6, innerhalb  8 Wochen auf eine 2-, von Dramen bei den Hausaufgaben, Abgabetermine in der Schule, mit Zeitüberziehung, von Mathe 4 und 5, auf eine 3, alles das, durfte ich glücklicherweise schon miterleben.

Und manchmal muss ein Coaching oder eine Veränderung erst einmal "sacken".. bevor die positive neue Einstellung zum Tragen kommt. Dann kann es vorkommen, dass ich erst einige Wochen später, oder auch Monate später, ein positives Feedback von den Eltern oder auch den Kindern selbst bekomme.

 

Mittlerweile freue ich mich, wenn gerade Pädagogen erkennen, dass dieses clevere Kerlchen weniger Nachhilfe benötigt und vielmehr einen Coach.  Großes Kompliment  in Richtung Marktheidenfeld!!  Davon braucht das Land noch viel mehr. Die erkennen, dass hinter schlechten Noten, oder mangelnder Beteiligung,  bei cleverem Kopf nicht unbedingt immer Faulheit oder Desinteresse stecken muss. Sondern es manchmal ganz andere Dinge sind, die der Entfaltung des Potentials im Wege stehen können.

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.