Aus meiner Praxis : Gedankensammlung

Aus meiner Praxis - Praxisalltag, Folge 1:

 

Liebe Eltern, Lehrer, Erzieherinnen,  Coachees und alle Interessierte!

In unregelmäßigen Abständen möchte ich in loser Form meine, als Coach, Pädagogin und auch als Mutter hochbegabter und hochsensibler Kinder, Sie an meiner Arbeit und Gedanken teilhaben lassen, mit denen ich mich an Coaching Tagen,  wie auch durch eigene Erfahrung als Mutter, beschäftige.

 

Heute möchte ich mich einem ganz wichtigen Thema widmen. Und zwar an das, was uns ausmacht. Jeden einzelnen Menschen. An was wir glauben, was andere von uns glauben, was uns im Laufe der vielen Jahre über uns gesagt wurde, und natürlich die Erfahrungen, die wir selbst gemacht haben, das Feedback, was wir erhalten haben, und die Schlüsse und Konsequenzen, die wir für uns selbst aus diesen Erfahrungen gezogen haben. All  dies mach einen Menschen und die Persönlichkeit eines Menschen aus.

 

Das fängt nicht erst in der Pubertät oder im Erwachsenenleben an.  Nein, es beginnt in der Stunde Null unserer Geburt. Jeder Mensch hat natürlich Anlagen und Gene, die für ihn ganz speziell sind und die ihn ausmachen. Aber ab der Geburt, sind wir äußeren Einflüssen ausgesetzt. Machen Erfahrungen. Durch unser Handeln und die Rückmeldung hierzu, Erfahrungen mit Eltern, Großeltern, Verwandten, später mit Erzieherinnen und Lehrern, Freunden, eben mit allen Menschen, mit denen wir in irgendeiner Weise Umgang haben. Bereits kleine Kinder im Kindergartenalter haben schon viele,  ich nenne es hier mal "Glaubenssätze" in sich aufgenommen und viele sind auch schon ins Unterbewusstsein abgerutscht. Aktuell nicht mehr auffindbar. Und doch machen Sie diesen Menschen aus.

 

Was sind "Glaubenssätze"? Nun es sind "Regeln" und  Überzeugungen, die wir irgendwann von anderen übernommen, oder die wir uns durch eigene Erfahrung oder den Anspruch an uns selbst , selbst gesetzt haben. Ein gutes Beispiel für einen positiven Satz wäre: Wenn ich mich anstrenge, kann ich alles erreichen, was ich will", oder " ich bin gut im Rechnen". Leider schleichen sich in Laufe des Lebens auch negative Glaubensmuster ein, die wir erst bewusst wahrnehmen und  sich später vielleicht im Unterbewusstsein sich tief verankert haben.

 

"Dafür bist Du noch zu klein", " das kannst Du nicht", "du bist zu langsam",  zum Beispiel von Eltern, Lehrern und Erzieherinnen, wie oft, Hand aufs Herz, haben Sie diese Sätze schon selbst in Ihrer Kindheit vernommen?  Oder eigene Überzeugungen: "Wenn ich etwas mache und anfange, dann muss es perfekt sein, oder ich lass es!"Oder:  "Ich kann nicht erfolgreich sein", "ich bin dumm"..

 

Sie schütteln den Kopf und lachen? Nun dies sind Original Zitate,  die ich in meiner Praxis,  immer und immer wieder höre. Und das nicht nur von Kindern, die wegen persönlichen Problemen kommen, sondern auch von fröhlichen Kindern und jungen Erwachsenen, die eigentlich nur zum Lerncoaching kommen. Es ist immer wieder erstaunlich, was durch ein Coaching oftmals zu tage kommt.

 

Wenn ich in mich selbst hinein höre.. dann weiß ich, dass ich auch das Produkt vieler eigener Überzeugungen aber auch viel durch äußere Einflüsse, der Erziehung meiner Eltern, die Erfahrungen mit Freunden, Kollegen usw. geworden bin.

 

Wenn Sie möchten, dann halten Sie einmal kurz inne.. und fühlen Sie mal in sich hinein!

Ja und?  Werden manche fragen! Das ist doch ganz normal!

Sicherlich.. und es gibt erfolgreiche, glückliche Menschen, die das Leben meistern, ohne dass es jegliche Probleme gibt.

 

Gerade aber bei  hochsensiblen und/oder hochbegabten Kindern, die von Anfang an stark differenzieren und sich selbst reflektieren, kann aber der ein oder andere Satz, die ein oder andere Überzeugung dafür sorgen, dass sie sich unbewusst selbst im Wege stehen. Das erlebe ich in meinen Coachings immer und immer wieder. Und manchmal ist es gar nicht so einfach, diese Übeltäter zu finden.

 

Ich habe schon oft erlebt, dass hinter Arbeitsgeschwindigkeit, Konzentrationsmangel, Mangel an Selbstvertrauen,  Blockaden in der Schule , schlaflosen Nächten und schlechten Noten, genau diese Überzeugungen stehen.

Ich habe mit ansehen können, wie durch das Auflösen solcher Glaubensmuster Blockaden in Prüfungen, Motivation in der Schule oder auch das Selbstvertrauen und die Motivation für die Zukunft, entscheidend beeinflusst werden.  Und dafür bin ich sehr dankbar. Sie bereichern mein Leben.

 

Von Deutsch Diktat 5 und 6, innerhalb  8 Wochen auf eine 2-, von Dramen bei den Hausaufgaben, Abgabetermine in der Schule, mit Zeitüberziehung, von Mathe 4 und 5, auf eine 3, alles das, durfte ich glücklicherweise schon miterleben.

Und manchmal muss ein Coaching oder eine Veränderung erst einmal "sacken".. bevor die positive neue Einstellung zum Tragen kommt. Dann kann es vorkommen, dass ich erst einige Wochen später, oder auch Monate später, ein positives Feedback von den Eltern oder auch den Kindern selbst bekomme.

 

Mittlerweile freue ich mich, wenn gerade Pädagogen erkennen, dass dieses clevere Kerlchen weniger Nachhilfe benötigt und vielmehr einen Coach.  Großes Kompliment  in Richtung Marktheidenfeld!!  Davon braucht das Land noch viel mehr. Die erkennen, dass hinter schlechten Noten, oder mangelnder Beteiligung,  bei cleverem Kopf nicht unbedingt immer Faulheit oder Desinteresse stecken muss. Sondern es manchmal ganz andere Dinge sind, die der Entfaltung des Potentials im Wege stehen können.

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.